Ostseezeitung   Freitag, 11.April 2003

Dezenter Jazz zum Mittwoch

Beginn einer neuen Reihe?

 Die Stefan Weeke Group präsentierte sich in der Musikfabrik

 Greifswald. Für einen kurzen Moment hielten die Musiker inne im Saal der Musikfabrik. Die Stimmung wechselte vorsichtig in eine andere Farbe. Das Publikum bedankt sich für eine gelungene Improvisation des Gitarristen Andreas Willers der Stefan Weeke Group, bevor es wieder in vorgegebenen Strukturen weiterging. Am Mittwoch Abend stellte sich das Trio auf seiner derzeitigen Tournee mit Kompositionen des gleichnamigen Bandleaders Greifswaldern vor. "Wir freuen uns, dass sie hier sind", sagte Steffen Weeke nach dem einleitenden Walzer "Oh my", der mit einem Triangelton vom Schlagzeuger und Percussionsten Eric Schäfer endete. Die grauen, wetterbedingten Eindrücke auf dem Weg zum Konzert verflogen spätestens nach dem zweiten Stück. Die Band entführte mit dem Werk "From the Wizard" nach Afrika, das einen Schwerpunkt im abendlichen Programm bildete. Der Erdteil entpuppte sich dem Komponisten auf einer Konzertreise des Goethe-Institutes als eine nachhaltige Inspirationsquelle. Der Zauber des schwarzen Kontinents strömte aus Stücken wie"Knowing Sowah" und"African Magic". Verträumt bis treibend romantische Klänge im Stück "An meinen Engel" erklangen bevor die Musiker das Publikum mit dem Stück "By now" nach Hause schicken wollten. Doch nach forderndem Beifall der Hörer spielten sie eine Collage von Stücken des Abends und das Konzert beschließende "Sleep well". Ein bestimmt freudiges Lächeln stand auf den Lippen der Musiker, die sich zum Applaus verneigten. Leider blieb eine die Bitte um eine weitere Probe ihres Könnens unbeantwortet. Zurückhaltend zeigte sich Stefan Weeke auf seinem Instrument während des Programmes. Andreas Willers hingegen reizte seine Fertigkeiten auf der Gitarre begeisternd aus. Jazz am Mittwoch - ein fester Termin in Greifswald? Interesse bestünde.

U.R.

Fotos: Baggens