Mittwoch, 29. Oktober 2003

Musikalischer Grenzverkehr
Workshop mit Bands aus Stettin und Greifswald war ein Erfolg
Greifswald Der „Kleine Grenzverkehr“ war ein voller Erfolg und soll im kommenden Jahr auf drei Länder ausgedehnt werden, lautet das Fazit der beteiligten Akteure. „Es geht um Begegnungen von Menschen, und darum, Nationen zu verbinden“, sagte gestern Erich Cymek von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft. Im kommenden Jahr sollen sich noch Musiker aus Frankreich beteiligen, unter dem Arbeitstitel „von Grenze zu Grenze“.

   Zwei Tage lang bestritten Musiker aus Stettin (Szczecin) und Greifswald im Rahmen der Polnischen Wochen am vergangenen Wochenende in der Schule für Popularmusik (Musikfabrik) einen Workshop. Dabei stellten die Mitglieder der polnischen „Swing Lovers“ und der Greifswalder Band „offbeat“ ein Programm aus Soul- und Rhythm and Blues- Stücken zusammen. Die Profi-Musiker probten Bläsersätze, Rhythmusgruppe, Gesang und Arrangement. Die Wahl auf ein Programm mit Klassikern wie Marvin Gayes „Inner City Blues“ war nicht zufällig. „Wir wollten keine Jazz-Standards spielen“, sagt Mike Hartmann von der Schule für Popularmusik.

   Das intensive Arbeiten war nicht immer leicht, erzählt der Musiker und Musiklehrer. Mitunter gab es kleine Verständigungsschwierigkeiten, weil nicht alle die Arbeitssprache Englisch gleichermaßen beherrschten. Mit dem Ergebnis waren alle Beteiligten zufrieden. Hartmann schwärmt von der polnischen Posaunistin, die mit ihrem Spiel „eine besondere Farbe“ in den Musik brachte.

   Was sich beim nächtlichen Konzert in der Musikfabrik bestätigte. Voll besetzte Reihen zwangen zu spät erschienene Besucher vorerst auf Stehplätze. Das musikalische Ereignis wollte sich niemand entgehen lassen. Ruhig wurde es im Saal, als der jeweils nächste Song angekündigt wurde und die Musiker Jazz und Soul der Extraklasse boten. Teilweise bis zu 14 Musiker gleichzeitig gaben sich die Ehre. Das Publikum war begeistert und bat um Zugabe. Mit reichlich Erfahrung, Talent und Übung spielten die Bands das letzte Stück gleich noch einmal – in doppelter Geschwindigkeit. Da zuckte es bei so manchem Zuhörer tief in alle Glieder.

GKW / K. L.

Ostsee-Zeitung
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Fotos: E. Cymek / Baggens