Der „Kleine Grenzverkehr“ war ein voller Erfolg und soll im
kommenden Jahr auf drei Länder ausgedehnt werden, lautet das
Fazit der beteiligten Akteure. „Es geht um Begegnungen von
Menschen, und darum, Nationen zu verbinden“, sagte gestern
Erich Cymek von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft. Im
kommenden Jahr sollen sich noch Musiker aus Frankreich
beteiligen, unter dem Arbeitstitel „von Grenze zu Grenze“.
Zwei Tage lang bestritten Musiker aus
Stettin (Szczecin) und Greifswald im Rahmen der Polnischen
Wochen am vergangenen Wochenende in der Schule für Popularmusik
(Musikfabrik) einen Workshop. Dabei stellten die Mitglieder der
polnischen „Swing Lovers“ und der Greifswalder Band „offbeat“
ein Programm aus Soul- und Rhythm and Blues- Stücken zusammen.
Die Profi-Musiker probten Bläsersätze, Rhythmusgruppe, Gesang
und Arrangement. Die Wahl auf ein Programm mit Klassikern wie
Marvin Gayes „Inner City Blues“ war nicht zufällig. „Wir
wollten keine Jazz-Standards spielen“, sagt Mike Hartmann von
der Schule für Popularmusik.
Das intensive Arbeiten war nicht immer
leicht, erzählt der Musiker und Musiklehrer. Mitunter gab es
kleine Verständigungsschwierigkeiten, weil nicht alle die
Arbeitssprache Englisch gleichermaßen beherrschten. Mit dem
Ergebnis waren alle Beteiligten zufrieden. Hartmann schwärmt
von der polnischen Posaunistin, die mit ihrem Spiel „eine
besondere Farbe“ in den Musik brachte.
Was sich beim nächtlichen Konzert in der
Musikfabrik bestätigte. Voll besetzte Reihen zwangen zu spät
erschienene Besucher vorerst auf Stehplätze. Das musikalische
Ereignis wollte sich niemand entgehen lassen. Ruhig wurde es im
Saal, als der jeweils nächste Song angekündigt wurde und die
Musiker Jazz und Soul der Extraklasse boten. Teilweise bis zu 14
Musiker gleichzeitig gaben sich die Ehre. Das Publikum war
begeistert und bat um Zugabe. Mit reichlich Erfahrung, Talent
und Übung spielten die Bands das letzte Stück gleich noch
einmal – in doppelter Geschwindigkeit. Da zuckte es
bei so manchem Zuhörer tief in alle Glieder.